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Warum RAID kein Backup ersetzt
Mehrere Festplatten im NAS bedeuten nicht automatisch mehrere unabhängige Sicherungen. RAID organisiert Laufwerke zu einem gemeinsamen Speicher. Redundante RAID-Verfahren können bestimmte Laufwerksausfälle abfangen; RAID 0 bietet dagegen keine Redundanz.
Verfügbarkeit und Datenhistorie unterscheiden
Bei einem geeigneten RAID kann der Speicher nach dem Ausfall einer Platte weiterarbeiten. Wie viele Ausfälle toleriert werden, hängt vom Verfahren und Zustand ab. Eine versehentlich gelöschte Datei wird dadurch jedoch nicht zu einem früheren Stand zurückgesetzt. Auch eine Verschlüsselung kann den gesamten erreichbaren Datenbestand betreffen.
Ein Beispiel aus der Planung
Auf einem NAS liegen Auftragsunterlagen auf gespiegelten Laufwerken. Eine defekte Platte kann die Spiegelung unter Umständen auffangen. Wird ein Auftragsordner versehentlich gelöscht, ist er trotzdem aus dem aktuellen Dateisystem verschwunden. Für diesen Fall wird ein älterer, nutzbarer Stand benötigt, etwa aus einer getrennten Sicherung.
Was ist mit Snapshots?
Snapshots können frühere Zustände schnell zugänglich machen. Liegen sie ausschließlich auf demselben Gerät, bleiben sie aber dessen Ausfallrisiken ausgesetzt. Ob ein Snapshot gegen Löschung geschützt ist und extern wiederhergestellt werden kann, muss an der konkreten Lösung geprüft werden. Snapshot, Replikation und Backup sollten nicht allein anhand ihrer Bezeichnung bewertet werden.
So prüfen Sie Ihre Umgebung
- Notieren Sie den tatsächlichen Speicherort Ihrer produktiven Daten.
- Erfassen Sie davon getrennte Kopien und deren Aufbewahrungsstände.
- Prüfen Sie, ob ein Geräteverlust oder ein einzelnes Administratorkonto alle Kopien treffen könnte.
- Stellen Sie eine ausgewählte Datei aus einer getrennten Kopie an einem sicheren Testziel wieder her.
Bei einer RAID-Warnung nicht experimentieren
Notieren Sie den Fehler und den Laufwerkszustand. Initialisieren Sie keine Laufwerke auf Verdacht und starten Sie keinen ungeprüften Neuaufbau. Wenn keine verifizierte Sicherung vorhanden ist, muss das weitere Vorgehen besonders sorgfältig abgestimmt werden.
Ich unterstütze bei der Einordnung Ihrer Speicherkonfiguration. Weiterführend: Kopien nach der 3-2-1-Regel verteilen, Wiederherstellung testen und Backup-Konzept.
