IT-Wissen · Backup
Wie sieht eine sinnvolle Backup-Strategie für kleine Unternehmen aus?
Ein brauchbarer Backup-Plan beginnt mit Ihren Arbeitsabläufen: Welche Tätigkeiten stehen still, wenn Daten oder eine Anwendung fehlen? Kaufen Sie nicht zuerst Speicher, sondern klären Sie den notwendigen Wiederanlauf.
Schritt 1: Den Umfang aufschreiben
Erfassen Sie Server, PCs mit lokalen Geschäftsdaten, NAS, Fachanwendungen und Cloud-Dienste. Halten Sie je Bereich fest, wo die maßgeblichen Daten liegen. Eine vermeintliche Kopie auf einem Arbeitsplatz kann lediglich ein synchronisierter Ausschnitt sein. Konfigurationen, Zugangsmöglichkeiten und benötigte Lizenzen gehören in die Wiederanlaufplanung.
Schritt 2: Zwei Ziele je Geschäftsprozess
Das RPO beschreibt den maximal tolerierbaren Datenverlust als Zeitspanne. Das RTO beschreibt die angestrebte maximale Ausfallzeit bis zum Wiederanlauf. Ein tägliches Backup passt beispielsweise nicht zu einem Ziel von höchstens einer Stunde Datenverlust, wenn keine weitere passende Sicherung vorhanden ist.
Beispiel zur Einordnung: Auftragsbearbeitung kann dringlicher sein als ältere Bilddateien. Geben Sie beiden Bereichen eigene Ziele und stimmen Sie diese mit den Personen ab, die damit arbeiten. Es gibt keinen für jeden Betrieb richtigen Standardwert.
Schritt 3: Ausfälle gemeinsam betrachten
Denken Sie an gelöschte Dateien, defekte Hardware, einen nicht zugänglichen Standort und kompromittierte Zugänge. Liegen alle Sicherungen im gleichen Schrank oder sind mit demselben Administratorkonto löschbar, bleiben gemeinsame Ausfallrisiken. Die 3-2-1-Regel hilft bei der Verteilung der Kopien.
Schritt 4: Aufbewahrung und Betrieb festlegen
- Welche Stände müssen nach Tagen, Wochen oder längeren Zeiträumen verfügbar sein?
- Wer reagiert auf Fehler und wer übernimmt die Vertretung?
- Wo liegen geschützte Schlüssel und Wiederanlaufanleitungen?
- Wie werden neue Systeme in die Sicherung aufgenommen?
- Wann wird Kapazität geprüft, damit volle Ziele nicht unbemerkt Sicherungen verhindern?
Schritt 5: Den Plan praktisch nachweisen
Testen Sie die Wiederherstellung in einem sicheren Ziel und lassen Sie die Fachanwendung prüfen. Vergleichen Sie die gemessene Dauer mit Ihrem Ziel. Stellen Sie fest, was im Test nicht enthalten war, etwa die Beschaffung eines Ersatzservers. Eine reine Rückkopierzeit ist noch keine vollständige Ausfallzeit.
Eine einfache Planungsvorlage
Verwenden Sie je System eine Zeile mit: Verantwortlicher, Datenort, RPO, RTO, Sicherungsrhythmus, Ziel und getrennte Kopie, Aufbewahrung, letzter Rücksicherungstest, offene Maßnahme und Termin. Unbekannte Angaben bleiben als offen markiert, statt als erfüllt zu gelten.
Ich unterstütze Sie bei dieser Bestandsaufnahme und bei der Priorisierung. Mehr zu Backup-Konzepten und Sicherungsarten sowie zum Prüfprotokoll einer Rücksicherung.
